DER PANNWITZBLICK

Behinderte, Faschismus, Psychiatrie, KZ

Beschreibung

Ein Film von Didi Danquart, Medienwerkstatt Freiburg
D 1991, 90 Min.

Stichworte: Behinderte, Faschismus, Psychiatrie, KZ

Inhalt:
Ein Film mit einer ungewöhnlichen Sprache, mit ungewöhnlichen Bildern über ein ungewöhnliches Thema: die Aussonderung von geistig und körperlich behinderten Menschen.Im Faschismus waren es „Propagandafilme“, die – mit den Theorien der Eugeniker – die Massenvernichtung der „Nicht normalen Menschen“ vorbereiteten.Damals wurde das Objektiv der Kamera durch die Nazis umfunktioniert zum „gesellschaftlichen Auge“, zum Glasauge der Gesellschaft.Der Faschismus ist bewältigt. Scheinbar. Massenvernichtung gibt es nicht mehr. Aber das Glasauge ist noch da. Daran hat sich nichts geändert. Davon berichten behinderte Menschen, denen erneut Glasaugen „zu Leibe rücken“, auch, um ihre gesellschaftliche Zuordnung zu bestimmen. Euthanasie ist wieder ein Thema geworden in Deutschland. Der Blick der Nichtbehinderten auf die Behinderung hat oft etwas mit Fremdheit und dadurch mit Angst zu tun, die umschlägt in Abwehr. Dies wird sichtbar in Bildern und in menschlichem Verhalten.Der Pannwitzblick ist ein analytischer Montagefilm über Blicke, Kameraeinstellungen und das Verhältnis der Macht des Abbildenden gegenüber dem Abgebildeten: vor der Kamera und dem Auge.Pressestimmen zum Film:„Eine in der Öffentlichkeit nach wie vor tabuisierte Problematik wird auf komplexe Weise unter Verwendung unterschiedlicher und zielgerichtet eingesetzter filmischer Mittel erschlossen. Im Gegensatz zu vielen anderen Dokumentarfilmen hat der Kommentar poetische Qualität. Der Film bezieht Stellung, ohne fertige Antworten zu liefern.“ (Jury des Deutschen Dokumentarfilmpreises 1991)„In DER PANNWITZBLICK werden den Aussagen körperlich Behinderter Sequenzen aus Nazi-Filmen gegenübergestellt, aber auch Stellungnahmen der „Deutschen Gesellschaft für humanes Sterben“ und heutige Lehrfilme. Alles in allem eine sehr genaue Arbeit, die bis zur Wahl des Kommentars (Christian Geissler) und der Musik (Cornelius Schwehr) Vereinfachungen und Klischees vermeidet.“ (Heiko R. Blum, Rheinische Post Düsseldorf)