DIE BANKROTTERKLÄRUNG – Mütter in der Szene

Frauen, Hausbesetzung, Linke

Beschreibung

Ein Film der Medienwerkstatt Freiburg
D 1982, 55 Min.

Stichworte: Frauen, Hausbesetzung, Linke

Inhalt:
Dieser Film erzählt von einer Frau, die sich jahrelang als ein Mitglied der Szene begriffen hat, die in politischen Gruppen gearbeitet hat, im Häuserkampf aktiv war und bei der Gründung der ersten „linken“ Kneipe Freiburgs als Kollektivbetrieb beteiligt war. Sie entscheidet sich, ein Kind zu bekommen, fühlt sich stark, lebt in Zusammenhängen, die ein Rahmen zu sein scheinen für ein Kind. Sie hat eine Beziehung und eine Gruppe. Was soll schiefgehen?Es läuft eine Menge schief. Dabei geht es weniger um die Risiken, da keine Frau mehr auf eine private, dauerhaft heile Welt setzt, wenn sie sich für ein Kind entscheidet. Es geht um die Szene, um den Rahmen, um die erlebte Unfähigkeit, Mütter und Kinder zur Kenntnis zu nehmen, zu akzeptieren, geschweige denn, sie in den eigenen Reihen zu integrieren. Die Tabuisierung als „Bankrotterklärung“ eines kümmerlichen Haufens, der sich Szene nennt.Und doch ist dieser Film keine Abrechnung, um der Szene den Rücken zu kehren. Die Frauen wollen etwas. Sie fordern ein, was einmal an Ideen und Phantasien die Bewegung ausgemacht hat. Sie wollen Inhalte. Das Kinderhaben und der Kinderwunsch sollen zu einem Thema in der Szene gemacht werden. Sie wollen keine Reduzierung der Szene auf einen Vergnügungspark, dem jemand 2-3 Jahre angehört, um sich auszutoben und dann wieder in der Normalität zu verschwinden, etwa weil ein Kind nur in der Normalität zu realisieren sei. Genau hier gerät die Thematik an einen Punkt, den man als die offene Wunde der damaligen Szene bezeichnen könnte.