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FREIBURGER FENSTER - extern am 05.12.2017, 19:30 Uhr im Kommunalen Kino Freiburg

Wanderschaft IV - Filme der Hochschule fuer Gestaltung Karlsruhe

Die Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe feierte 2017 ihr 25-jähriges Jubiläum.
Zu diesem Anlass ging sie seit Beginn des Jahres unter dem Titel »Wanderschaft« mit verschiedenen Programmpaketen ausgewählter Filme von Studierenden in Baden-Württemberg auf Reisen, zum ersten Mal im Dezember 2016 in Freiburg.

Aus diesem Grund soll hier auch eine abschließende Aufführung im Kommunalen Kino im Alten Wiehrebahnhof stattfinden. Das letzte Paket umfasst drei Kurzfilme. Höhepunkt ist die Sneak Preview zweier bisher unveröffentlichten Produktionen, eine vom aus Freiburg stammenden Studenten Till Gombert, die andere von der Schwäbin Sophia Schiller, die in ihren Filmen oft mit ihrer Familie zusammenarbeitet.
Der 2010 fertig gestellte Dokumentarfilm »Herr Berner und die Wolokolamsker Chaussee« von Serpil Turhan reflektiert auf subtile Weise über einen vom Alter gezeichneten Menschen, dessen Gewissen nicht zur Ruhe kommt.
Alle drei Filme überraschen durch eine originelle Handschrift und überzeugen durch ihre außergewöhnliche künstlerische Qualität.

Herr Berner und die Wolokolamsker Chaussee (2010, 39 Min.)
von Serpil Turhan
Seine Premiere hatte der Film auf der Duisburger Filmwoche 2010.
Serpil Turhan ist 1979 in Berlin geboren. Sie war von von 1997 bis 2005 als Hauptdarstellerin in mehreren Kinofilmen von Thomas Arslan und Rudolf Thome zu sehen. Anschließend begann sie selbst Dokumentarfilme zu drehen und studierte im Studiengang Medienkunst/Film an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe, wo sie 2013 ihr Diplom mit ihrem ersten abendfüllenden Dokumentarfilm »Dilim Dönmüyor – Meine Zunge dreht sich nicht« ablegte. Ihr erster abendfüllender Dokumentarfilm nach dem Studium »Rudolf Thome – Überall Blumen« lief im Forum der Berlinale 2016. Serpil Turhan lebt und arbeitet in Berlin.

Julia Schweinberger in der taz vom 10.03.2011 zu dem Film:
Turhans Film „Herr Berner und die Wolokolamksker Chaussee“ erzählt die Geschichte eines alten Mannes, den ein Theatertext (Heiner Müllers „Wolokolamsker Chaussee“) in die Zeit des Zweiten Weltkrieges zurückführt Der Text handelt von der Schlacht um Moskau 1941. (…) Die Regisseurin trifft Herrn Berner, der Müllers Text nicht nur liest, sondern immer wieder in seine eigenen Kriegserinnerungen abschweift. (…) Unbekümmert erzählt Herr Berner, wie er bei der Waffen-SS war, und betont dabei, nie auf jemanden geschossen zu haben. Fast schon unheimlich wird es, wenn der alte Mann immer wieder davon spricht, dass er sich nichts vorzuwerfen habe. Nur den Umzug ins Altersheim, den bereut er.
Turhan insistiert nicht, überhaupt stellt sie sehr wenige Fragen, lässt Herrn Berner Freiraum, lässt ihn seine Geschichte erzählen, seine eigene Wahrheit. Sie urteilt nicht, klärt aber den Zuschauer über die Realität der Waffen-SS am Ende dieses Films auf.


Sneak Peak (2017, 26 Min.) von Till Gombert
Till Gombert, geb. 1991 in Freiburg, gründete im Alter von 13 Jahren das Filmkollektiv »Blackwood-Films«. Nach seinem Abitur im Jahr 2012 arbeitete er als Praktikant und war bei mehreren studentischen Produktionen tätig. Seit dem Wintersemester 2014/2015 ist Till Gombert Student für Medienkunst an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und absolvierte 2017 sein Vordiplom mit dem Kurzfilm »Cinephilia«.


Sneak Peak (2017, 32 Min.) von Sophia Schiller
Sophia Schiller, geboren 1992, aufgewachsen im schwäbischen Rottweil. Seit 2015 studiert sie Film Regie und Drehbuch an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe bei Razvan Radulescu und Andrei Ujica. 2015 arbeitete sie als Assistenz der Festivalleitung bei »dokka«, dem Dokumentar Festival Karlsruhe. Als Teil der Studierendenjury nahm sie am DOK.fest München 2016 teil. Seit 2016 arbeitet sie als Editorin filmischer Installationen für den portugiesischen Künstler João Tabarra und assistiert Razvan Radulescu als studentische Hilfskraft. Sophia Schillers Kurzfilm „St. James Infirmary“ wurde bei DocLisboa 2017 (Green Years Section) präsentiert. Momentan arbeitet sie an ihrem ersten fiktionalen Langfilm.

Nach der Vorführung findet ein moderiertes Gespräch mit Till Gombert und Sophia Schiller statt.

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